Reiten in Andalusien

Reiten in Andalusien

Der Cortijo Hidalgo erwartet Sie mit zahlreichen Pferden und bietet unteranderem Ausritte in den Bergen und am Strand an.


Vor über 20 Jahren hat die Liebe Heidi nach Spanien geführt. Sie hat gemeinsam mit ihrem Mann Antonio „Cortijo Hidalgo“ gegründet, ein Reitstall, welcher nahe dem Ort Nerja liegt. Heidis Reitstall ist umgeben von Obstplantagen und gleicht einem Paradies für Mensch und Tier. Sie werden sofort spüren, wie wohl sich hier alle fühlen.

Zum „Cortijo Hidalgo“ gehören neben zahlreichen Pferden (größtenteils Andalusier) und Eseln auch mehrere Hunde, die die Ausritte mit großer Begeisterung begleiten. Die Pferde leben das ganze Jahr in einem offenen Stall mit reichlich Auslauf, was sie sehr ausgeglichen und sicher macht, und daher auch für Reitanfänger und Kinder gut geeignet sind.

Geritten wird traditionell in spanischen Sätteln, wer möchte kann auch mit englischen Sätteln reiten. Mit auf der Finca hausen außerdem Ziegen, Truthähne, Pfauenpaar und Schweine, welche im Frühjahr meist Ferkel haben. Sie haben also immer etwas zu entdecken. In den Sommermonaten wird Heidi bei ihrer Arbeit mit den Pferden von 1-2 Helferinnen unterstützt, die ebenfalls mit Gruppen ausreiten und ihr auch bei der Stallarbeit und Pflege der Pferde zur Hand gehen.

Die Ausritte führen Sie in die wunderschöne Umgebung von Nerja, in das bezaubernde kleine weiße Dorf Frigiliana oder direkt an den Strand von Nerja. Ein Fixpunkt ist auch jedes Jahr die Teilnahme an der Wallfahrt San Isidro am 15. Mai sowie an der Feria von Nerja Anfang Oktober. An beiden Veranstaltungen nimmt Heidi in traditioneller Flamencokleidung mit ihren Pferden an der großen Parade teil. Auf Anfrage können Sie dieses Ereignis auf eines ihrer Pferde miterleben.

Sie können Ihren Reitausflug auch mit einer unserer Mietwagenrundreisen in Andalusien kombinieren.

Seit einigen Jahren führt sie den Reitstall mit Ihrem Mann Antonio. Antonio hatte sich vor 20 Jahren mit dem Speiselokal "Chiringuito El Breine", direkt am Strand Playazo gelegen, selbständig gemacht. Da die Nachfrage für das Reiten im Cortijo Hidalgo immer größer wurde und die Besucherströme im Chiringuito zurück gingen, arbeiten nun Heidi und Antonio beide mit ihren geliebten Pferden. So konnten beide ihr schönes Hobby zum Beruf machen.

Als gebürtige Schweizerin spricht Heidi fließend deutsch.



Reitausfluges Anfang Oktober in Nerja – Andalusien – Costa del Sol – Südspanien

Die schöne Natur der andalusischen Region Axarquía bietet die perfekten Rahmenbedingungen für diesen Reitausflug, am späten Nachmittag. Die heiße Sonne des Tages hat sich angenehm abgekühlt und es ist die richtige Wohlfühltemperatur für diesen Ausritt.

Reitausflug
Die Pferde sind durch Antonio bereits gesattelt und warten geduldig auf Ihre Reiterinnen.

Die Mädels treffen so nach und nach ein. Zuerst erschein die junge Johanna, die mit dem Mietwagen von Ihren Eltern zum Cortijo Hidalgo gebracht wird. Familie Sch. macht gemeinsam in Nerja Urlaub und das ist für Johanna eine gute Gelegenheit mal wieder zu reiten. Johanna ist einige Zeit nicht geritten und ist somit etwas aufgeregt. Heidi beruhigt Johanna und zeigt Ihr zuerst ihr Pferd, die liebe Lara. Lara ist recht klein und sie ist ein sehr geeignetes Pferd für Anfänger. Die mehrfache Mutter überzeugt durch ihren feinen Charakter und weichen Gang. Kinder sind schon zu zweit auf ihr zum Strand geritten. Johanna fast Mut und beim Aufsteigen wird sie sichtlich ruhiger.

Reitausflug
Während sich Johanna mit Lara anfreundet, kommt Inke auf den Hof. Inke ist bereits durch Ihre Reitkleidung anzusehen, dass sie eine versierte Reiterin ist. Inke ist Deutsche und wohnt in Nerja. Somit ist sie bereits Stammkundin bei Heidi und Antonio.

Nun kommen auch die letzten drei Reiterinnen, etwas erschöpft durch den längeren Fußweg von der Innenstadt Nerja bis hierher den leichten Berg hinauf. Sie hatten zwar klare Hinweise wo das Reiten stattfindet, haben sich aber mit der Entfernung verschätzt und mussten sich auf den letzten Metern recht beeilen. Alle drei sind für zwei Wochen in der Sprachschule in Nerja und freuen sich schon sehr auf den Reitausflug. Andrea und Stella sind beide aus Schweden und haben mittlere bis bessere Reiterfahrung. Waimea hingegen, die in der Schweiz zuhause ist, kann richtig gut reiten. Sie hat diese Jahr an dem internationalen Reitturnier in Vejer de la Frontera nahe Jerez de la Frontera, in Spanien teilgenommen. Es findet seit 1994 jährlich zwischen Februar und März statt und geht insgesamt fünf Wochen. Wer dort mitreiten darf, der kann reiten.

Reitausflug
Nachdem nun alle von Heidi herzlich begrüßt wurden und erfreut auf ihren Pferden sitzen, kann es losgehen. Ich, der die Bilder machen darf, fahre mit dem Auto zu der vereinbarten Stelle am Strand von Nerja.

Nachdem ich einige Zeit gewartet habe, höre ich von weitem bereits die Begleithunde freudig bellen. Kurz darauf kommt unsere Reitgruppe durch das Schilf auf den Strand geritten. Die Freude ist in den Gesichtern deutlich zu sehen, was auch bei dem Anblick: Strand, blaues Meer, blauer Himmel und dann auf dem Rücken der Pferde, was will die Reiterin mehr?!

Galoppreiten am Strand der Costa del Sol, dem Playa el Playazo, bei besten Rahmenbedingungen.

Alle Reiterinnen sind hell erfreut am Ziel ihrer Reiterwünsche angekommen. Bei so super Wetter, langen Sandstrand, tolle Pferde und prima Reitgruppe, Reiterherz wie geht’s dir doch gut. Heidi erklärt kurz, dass die Gruppe zuerst im leichten Trab den Strand entlang reitet. Auf Ihr Zeichen wendet die Gruppe und reitet im gestreckten Galopp auf mich zu.

Reitausflug
Auch mir als einer der selten reitet, macht die „heranfliegende“ Reitergruppe richtig viel Freude. Auch die weniger erfahrenen Reiterinnen können sehr gut mithalten und sind genauso erfreut wie alle. Johannas Eltern sind auch am Strand und ihr Vater macht auch fleißig Bilder mit dem Handy von seiner Reitertochter.

Damit wir auch alle sicher sein können, dass die Bilder so gut aussehen, wie die Pferde und die Reiterinnen, wird der Galopp am Strand gleich noch einmal wiederholt, was die Gruppe sehr erfreut. Die Bedingungen um hier zu reiten sind nahezu immer so perfekt wie an diesem Tag. Es stimmte einfach alles und allen Reiterinnen hat es sehr viel Freude gemacht.

Als die Reiterinnen sich wieder auf den Rückweg machen und durch das Schilf verschwinden, sagt Johannas Vater mir: wenn es ihr so viel Freude macht, dann darf sie ruhig noch mal eine Stunden zum Reiten kommen.

Reitausflug
Auf dem Weg zurück begleite ich die Gruppe ein Stück entlang des Rio Seco, der den Reitern eine wunderbare naturnahe Kulisse beschert.

Es ist jetzt 18:00 h und die Sonne beginnt ganz langsam zu sinken, was an den Schatten der Bäume zu erkennen ist.

Für die Dynamik der Gruppe wird zwischendurch auch hier noch ein paar Mal getrabt, was die Gesichter freudig erhellt.

Als die sechs Reiterinnen den Cortijo Hidalgo näher kommen ist zu sehen, dass alle noch wohlauf sind. Die Rosen, die ich am Wegesrand entdeckt habe sind die Rosen, die ich hiermit bildlich den Damen überreiche. Die Rosen sind mein Dank dafür, dass sie so anmutig geritten sind.

An den Bildern der Umgebung ist zu sehen, dass hier das wunderschöne Meer mit den imposanten Bergen sehr nahe beieinander liegen.

Reitausflug
Beim Cortijo Hidalgo angekommen, wird Johanna von Ihren Eltern bereits erwartet und alle sind gespannt auf die Bilder, die ich gemacht habe. Die Frage der beiden Schwedinnen, ob sie die Bilder bei mir kaufen können, habe ich lächelnd verneint. Konnte dann aber die traurigen Blicke schnell wieder erhellen, indem ich ihnen sagte, dass Sie die per E-Mail geschenkt bekommen. Schnell waren alle E-Mail-Adressen ausgetauscht und die Gruppe löste sich langsam auf. Die drei Mädels der Sprachenschule habe ich mit meinem Auto nach Nerja gefahren und bin dann, mit freudiger Erwartung auf die Bilder, zügig in unserer Appartement gefahren.

Es war ein wunderschöner, ereignisreicher Nachmittag. Danke an alle, die mitgemacht haben.

Geführte Ausritte

Geführter Ausritt
Tour 1
Ausritt mit Führer
Dauer: 1 Std.
Preis: 19,- €
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Geführter Ausritt
Tour 2
Kleiner Strandausritt - Reiten am Strand Playa el Playazo
Dauer: 1¼ Std.
Preis: 24,- € mehr Informationen ...

Geführter Ausritt
Tour 3
Großer Strandausritt - Reiten am Strand Playa el Playazo
Dauer: 1½ Std.
Preis: 28,50 € mehr Informationen ...

Geführter Ausritt
Tour 4
Reiten durch die Berge und / oder am Strand
Dauer: 2 Std.
Preis: 38,- € mehr Informationen ...

Geführter Ausritt
Tour 5
Reiten durch die Berge, Barrenca del Puerto
Dauer: 2½ Std.
Preis: 46,- € mehr Informationen ...

Geführter Ausritt
Tour 6
Reiten durch die Berge und zum Strand
Dauer: 3 Std.
Preis: 55,- € mehr Informationen ...

Geführte besondere Ausritte

Geführter besonderer Ausritt
Sondertour 1
Reiten in einer Vollmond-Nacht
Dauer: 2½ Std.
Preis: 46,- € mehr Informationen ...

Geführter besonderer Ausritt
Sondertour 2
Reiten durch den Fluss mit Picknick am Rio Chillar
Dauer: 3 Std.
Preis: 61,- € mehr Informationen ...

Geführter besonderer Ausritt
Sondertour 3
Ausritt durch die Berge der Sierra Almijara mit Picknick
Dauer: 4 Std.
Preis: 73,- € mehr Informationen ...

Lara

Lara (20.02.2001)

Sie ist neben Herkules ein weiteres sehr geeignetes Pferd für Anfänger. Die mehrfache Mutter überzeugt durch ihren feinen Charakter und weichen Gang. Kinder sind schon zu zweit auf ihr zum Strand geritten.


Anchele

Luna (2013)

Im Vergleich zu Lara ist sie etwas grösser und temperamentvoller, nicht desto trotzt auch sehr geeignet für Anfänger. Ihr liebevolles Gemüt verzaubert die Gäste.


Zorro

Zorro (04.08.2008)

Er ist das Schmusepferd im Stall. Laras Sohn trägt eine gute Mischung zwischen Laras Ruhe und dem Temperament eines jungen Pferdes in sich. Manchmal kann er seinen Reiter mit einer spontan spritzigen Art überraschen, aber der Anstand seiner Mutter ist durchweg präsent.


Hidalgo

Hidalgo (2013)

Hidalgo ist ein Bild von einem Pferd. So gut wie er aussieht, so gut bewegt er sich auch. Er ist der Zuchthengst und der ganze Stolz von Heidi und Antonio.

Wer ein sehr guter Zuchthengst sein will, der braucht auch eine gute Ausbildung. Diese exzellente Ausbildung hat Hidalgo 2016 in einem der besten Reitstelle in Sevilla erhalten. Vier Monate hat Hidalgo alles gelernt, was ein Pferd von seine Güte und Qualität Wissen und Können muss.

Es ist eine Freude Ihm zuzusehen, wie kraftvoll und elegant er sich bewegt.


Churro

Churro (1994)

Das älteste Pferd im Stall wird mittlerweile nur noch für kleinere Ausritte eingesetzt. Er ist aufgrund seiner mittleren Grösse und seinem Gemüt hervorragend für Kinder geeignet.


Churro

Belinda (2000)

Die PRE-Zuchtstute ist die Grazie auf dem Hof und wird nicht geritten. Sie hat über die letzten Jahre zahlreiche Auszeichnungen für ihren grossartigen Bewegumgsablauf erhalten.


Willi

Willi (2013)

Will ist ein junges, temperamentvolles Pferd. Es ist in seinem Wesen sehr anständig. Willi reagiert sehr fein auf die Hilfen seiner Reiter. Er ist ein kraftvolles Pferd und ist für sehr erfahrene Reiter sehr gut geeignet. Er ist ein Andalusier mit einer sehr seltenen Farbe in hellgraubraun.


Morito

Morito (2005)

Er ist halb Andalusier und halb Araber und hat dementsprechend viel Temperament. Er ist ein Pferd, das erfahrenen Reitern sehr viel Freude beim Reiten macht. Er braucht es, das sein Reiter mit den Zügeln sehr fein umgehen kann, weil er im Maul sehr empfindlich ist.


Micaela

Micaela (2012)

Die braune Stute Micalea ist temperamentvoll und wird überwiegend von Heidi als Leitstute geritten. Sie kann auch von mittleren bis guten Reitern in der Gruppe geritten werden. Für ihr junges Alter ist sie höchst anständig.


Roberta

Roberta (2008)

Sie ist eine ausgeglichene und meist ruhige Stute. Allerdings zeigt sie zwischenzeitlich auch mal Temperament. Roberta ist für erfahrene Reiter sehr gut geeignet.


Campeon

Campeon (2010)

Campeon ist für Anfänger und für Reiter mit mittlerer Erfahrung geeignet. In seiner friedlichen Art geht er gut und schön. Er ist auch Andalusier und geht sehr gern gut vorwärts.


Babieca

Pastora (2009)

Die Stute ist eine echte Andalusierin, die eher lebendig geht und auch mal ihr kerniges Temperament zeigt. Gut geeignet ist sie für mittelmäßige und gute Reiter.

Sie ist, ebenso wie Rayo, 2017 zu Heidi und Antonio gekommen und wurde bei dem ersten Besitzer nur von seinen Kindern geritten.


Rayo

Rayo (2005)

Der Wallach ist als Andalusier ähnlich wie die älteren andalusischen Männer, ruhig, ausgeglichen und für Anfänger sehr gut geeignet. Der ehemalige Besitzer, ein guter Freund von Heidi und Antonio hat ihn und Pastora 2017 zum Cortijo Hidalgo gebracht.


Esel

Eselfamilie

Die kleine Eselfamilie besteht aus dem Vater Miguel, der 2013 geboren wurden, der Mutter Susanna, geboren 2012 und dem Nachwuchs Paula dos, geboren 2017.

Der Chef der Eselfamilie, Miguel ist sehr freundlich, immer neugierig und liebt den Körperkontakt auch mit freundlichen Menschen.

Mutter-Esel Susanna und die Esel-Tochter Paula dos sind beide sehr schmusig und kuscheln gerne. Besonders Paula dos ist mit Ihrem weichen, flauschigen Fell sehr anschmiegsam.

Die drei Esel bilden eine friedliche Harmonie.

Wenn Sie bedenken, dass Esel in Andalusien fast ausgestorben sind, ist es umso wertvoller, dass diese drei lieben Esel, so zufrieden im Cortijo Hidalgo wohnen können.

Sina in Andalusien

Sina in Andalusien

Ich bin schon immer für mein Leben gern gereist und somit stand für mich eigentlich schon immer fest, nach meinem Abitur allein zu reisen bzw. eine Zeitlang im Ausland zu leben. Da ein Großteil meiner Familie aus Spanien kommt und ich mein Herz an dieses Land verloren habe, entschied ich mich dazu, meine Zeit dort zu verbringen. Ich überlegte, ob ich work and travel oder als au pair dort arbeiten wollte, doch dann kam mir die Idee, dass ich, weil ich leidenschaftlich gerne reite und auch während eines Praktikums in Dänemark schon auf einem Hof gearbeitet habe, mit Pferden arbeiten könnte. Also informierte ich mich über das Internet, ob man so etwas über eine Organisation machen kann, jedoch fand ich schnell heraus, dass dies nicht der Fall war.

Also musste ich auf eigene Faust recherchieren und fand über die Homepage "reiten-weltweit.de" einige interessante Höfe in ganz Spanien. Ich schrieb viele von ihnen an und konnte mir nach einiger Zeit die schönsten Höfe raussuchen. Durch eine Freundin meiner Mutter wurde ich allerdings noch auf einen anderen Hof aufmerksam. Dieser Hof hat mich am Ende am meisten überzeugt, weshalb ich ihn als Reiseziel ausgewählt habe. Er liegt in Nerja, in der Nähe von Malaga und man braucht nur 15 min. bis zum Strand.

Der Flug ist gebucht, also geht es am16.09. für mich ab in den Süden. Ich bin soo gespannt! Ich hoffe, es war die richtige Entscheidung und ich werde eine schöne Zeit dort haben.

Sina in Andalusien

Die letzte Woche Zuhause war eine sehr besondere Woche für mich. Ich habe mich mit vielen Freunden getroffen und hatte wunderschöne Abende. Besonders mein vorletzter Abend war ganz besonders für mich. Es war geplant, dass ich Freitagabend mit den Mädels, die in meiner Klasse waren, und meiner Schwester in Wuppertal essen gehe.

So war es dann auch, und als die ersten schon gehen mussten, war ich sehr traurig, auch die ersten Tränen flossen schon. Dann fuhr ich nach Hause in dem Wissen noch einen entspannten Abend allein Zuhause zu haben. Doch als ich Zuhause ankam, wurde ich im Garten mit einer Abschiedsparty überrascht, die die liebe Lea für mich geschmissen hat.

Sie trommelte so gut wie all meine besten Freunde zusammen, nicht nur die die auch mit essen waren, sondern noch viele mehr! Ich war so überwältigt und perplex, dass ich gar nicht wusste was ich sagen sollte. Es war so ein wunderschöner Abend, den ich wohl nie vergessen werde. Ich habe soo tollte Freunde, die immer für mich da sind und dafür bin ich unendlich dankbar!


Die Ankunft

Sina in Andalusien
Ich bin gelandet und habe es geschafft mich in die richtigen Busse nach Nerja zu setzen. Mein Gepäck ist auch noch vollzählig und so kann ich entspannt die Gegend begutachten:

Mein erster Eindruck von Südspanien ist sehr positiv. Mir gefallen die Berge und die kleinen Häuser zwischen ihnen. Direkt daneben befindet sich das blau schimmernde Meer, welches ich bis jetzt leider nur von weitem gesehen habe. An allen Straßen befinden sich Palmen und anderes südländisches Gewächs. Der Himmel ist bedeckt, was ich aber nicht so schlimm finde, denn dann ist der Temperaturunterschied nicht ganz so riesig im Gegensatz zu Düsseldorf. Ich bin gespannt auf meine Gasteltern und die vielen Tiere. Außerdem kann ich es kaum erwarten den Hof zu sehen.

Sina in Andalusien

Meine Gasteltern Heidi und Antonio sind sehr nett und auch der Hof ist sehr schön. Mit Heidi habe ich ja schon Zuhause geschrieben und telefoniert und durfte sie so schon ein bisschen kennenlernen. Sie kommt ursprünglich aus der Schweiz und ist dann, da sie Antonio kennenlernte, vor 20 Jahren nach Nerja gezogen. Antonio lebt schon immer hier und auch er ist ein sehr netter Mensch. Manchmal ist er etwas bott, aber so sind eigentliche alle Spanier die auf dem Land leben. Heidi hat mich gleich am ersten Abend gefragt ob ich auf einen Ausritt kommen möchte, was ich total lieb fand. Ich wollte aber lieber erst einmal in Ruhe meine Sachen auspacken und ankommen. Dazu kam, dass meine Gefühle ein wenig Achterbahn gefahren sind und ich ziemlich Heimweh hatte. Auch am nächsten Morgen ging dieses Gefühl nicht weg und ich hatte ein wenig ein schlechtes Gewissen, da ich das hier ja alles selber möchte und es hier wunderschön ist. Aber manchmal kann man für ein Gefühle einfach nichts.

Dann habe ich Heidi und Antonio ins Krankenhaus nach Malaga gefahren, da sie dort einen Arzttermin hatten. Es war ziemlich schwierig zwei Leute mit einem Auto irgendwo hin zu fahren, das man Nullkennt. Die Richtigen Gänge bei der 20 Jahre alten Gurke zu finden ist recht schwierig. Am Ende habe ich es aber doch geschafft. Im Krankenhaus hat der Termin dann länger gedauert als erwartet und ich wartete geduldig im Eingangsbereich und draußen. Ich fand es aber gar nicht schlimm einfach dort herum zu lungern und den vorbeilaufenden Menschen zuzusehen. Mit jeder Stunde mehr die ich dort saß, verging mein Heimweh immer mehr und ich fühlte mich besser. Den restlichen Tag sind Heidi und ich nur noch kurz nach Nerja gefahren um einige Besorgungen zu machen und ein wenig einzukaufen und haben zu Abend gegessen. Danach war ich dann ziemlich platt und bin nur noch ins Bett gegangen (frische Luft macht müde!).


Dienstag

Sina in Andalusien
Heute Morgen habe ich mit Antonio die Pferde fertig gemacht, also geputzt und gesattelt, denn es ging für mich auf einen dreistündigen Ausritt.

Es war wirklich wunderschön! Wir sind erst einmal eine ganze Weile durch das Tal in dem Nerja liegt geritten, weit und breit nur Plantagen und Bauernhöfe. Irgendwann ging es dann für unssteil hinauf in die Berge. Der Ausblick war einfach nur wahnsinnig. Die Berge, das Meer, die Häuser...

Dazu kam noch dass jede 100 Meter entweder eine Mango oder Avocado Plantage war. Hier in Andalusien ist wohl der einzige Ort in Europa wo diese wachsen können. Dann sind wir wieder zurück ins Tal und durch alte Flussbetten geritten, manchmal musste man aufpassen, dass man nicht von Palmen und Büschen vom Pferd gerissen wird, man war das abenteuerlich! Dann waren wir noch kurz am Strand und durften ein, zwei Runden galoppieren. Es war einfach nur fantastisch!

Bevor es für mich auf den nächsten Ausritt ging, hatte ich erst einmal bis 17:00 Uhr Siesta. Dieser ging dann nur eine Stunde und war nicht so groß, was ich aber ziemlich gut fand, denn wenn man es nicht gewöhnt ist, ist das schon ganz schön anstrengend.


Mittwoch

Heute ging es wieder um 10:00 Uhr auf einen Ausritt, diesmal aber nur 2 Stunden und mit einer Anfängergruppe. Also einfach ganz entspannt durchs Tal und an den Strand. Heute lief es mit dem Satteln und so schon ein wenig besser als gestern, aber so ist das nun mal. Jeder Anfang ist schwer!

Nach dem Ausritt war wieder Siester angesagt und da ich fitter als die letzten Tage war, beschloss ich mich auf das mir zur Verfügung stehende Fahrrad zu schwingen und ein wenig die Stadt zu erkunden. Man bin ich lange kein Fahrrad mehr gefahren, und das in der Hitze.. Aber die Anstrengung hat sich auf jeden fall gelohnt, denn als ich ankam konnte ich meinen Augen kaum trauen. Es ist einfach wunderschön!

Überall stehen Palmen und wenn man am Balcon de Europa steht, kann man die ganze Bucht und die Berge bewundern. Es ist eine fantastische Aussicht und die habe ich sehr genossen indem ich mich einfach dort hingesetzt und die Umgebung genossen habe.

Überall flogen Papageien wie Tauben herum und kreischten, im Hintergrund spielte jemand spanische Gitarre und es wehte eine leichte Briese vom Meer hinauf. Nerja kann ich wirklich jedem nur empfehlen!


Donnerstag

Sina in Andalusien
Heute bin ich mit Heidi in die Stadt gefahren um dort wieder einige Besorgungen zu machen. Wir sind zur Post gegangen, zum Uhrenmacher und in Krimskramsläden (diese typischen spanischen Laden in welchen man alles bekommt, vom Collegeblock bis zum Besenstiel). Dann sind wir Churros essen gegangen, und wer mich kennt, der weiß dass ich Churros über alles liebe! Als ich über Ostern bei meinem Opa in Salamanca war, habe ich dort mit meinen Eltern und meiner Schwester jeden Tag welche gegessen, weil ich so süchtig danach bin.

Außerdem waren wir noch kurz einkaufen und sind dann wieder zum Hof gefahren. Dort wartete schon ein leckeres Essen auf uns. Antonio kocht jeden Tag 1-2-mal warm und es ist einfach nur köstlich. Er hat wirklich ein großes Talent dafür. Außerdem schenkt er einem beim Abendessen ganz selbstverständlich ein Wein nach dem anderen ein.

Den restlichen Tag habe ich dann frei bekommen, da aus Heidis und Antonios Freundeskreis jemand gestorben ist.

Da ich den Strand immer nur vom Pferderücken aus gesehen hatte, beschloss ich mich aufs Rad zu schwingen und zum Strand zu fahren. Als ich dort ankam und meine Sachen ausbreitete, brauchte ich erst mal einen Moment um alles zu realisieren.

Ich stehe alleine am Strand ohne Freunde und Familie, stehe hier in Andalusien ganz alleine. Um mich herum kaum Menschen sondern einfach nur Natur, das Meer, der blaue Himmel und hinter mir die Berge. Ich fühlte mich so fantastisch, so frei, als könne ich über alles bestimmen. Aber Momentmal, ich kann es ja. Ich kann selbst über mein Leben bestimmen und mir alles so aussuchen, wie ich es möchte. Dank den besten Eltern der Welt und ihrer wunderbaren Erziehung, habe ich die Möglichkeit so eine wunderschöne Reise zu machen und das alles erfahren zu dürfen. Und auch meine Zukunft kann ICH gestalten, ICH ganz allein. Und dafür bin ich unendlich dankbar!


Freitag

Sina in Andalusien
Heute hatte ich wieder um 10:00 Uhr einen Ausritt zum Strand und weil Heidi zur gleichen Zeit mit ein paar Leuten in die Berge geritten ist, bin ich mit zwei Personen allein zum Strand geritten. Das war ziemlich spannend für mich, so früh gleich alleine einen Ausritt zu leiten. Aber die Leite die mit mir kamen sprachen deutsch und waren sehr nett, was es einfacher machte. Es lief auch alles wie ich es mir gewünscht hatte worüber ich ziemlich froh war.

Nachdem wir wieder zurück am Hof waren, die Pferde versorgt und zu Mittag gegessen hatten, hatte ich wieder Siesta. Ich hatte aber keine Lust irgendwo hin zu fahren, weil mir später noch ein Ausritt bevor stand. Also loggte ich mich ins "WLANLand" ein und verbrachte dort einige Stunden.

Dann ging es wieder auf einen Ausritt mit einer ziemlich großen Gruppe. Diese war nicht sehr einfach und deshalb teilten Heidi und ich uns auf dem Rückweg in zwei kleinere Gruppen auf. Das lief dann ein wenig besser und mittlerweile kenne ich den Weg zum Strand schon in und auswendig.


Samstag

Sina in Andalusien
Sina in Andalusien
Heute fing der Tag nicht nur mit einem, sondern gleich mit zwei Ausritten an. Kaum waren wir vom einen zurück, warteten schon neue Gäste. Also ging es dann noch einmal los. Mittlerweile tut mein Po ganz schön weh, und Muskelkater hab ich auch. Da möchte man manchmal einfach am Hof bleiben, auch wenn es noch so schön ist.

Naja, dafür hatte ich den Rest des Tages frei und habe mich an den Strand gelegt und eine Runde geschlafen.

Vorher habe ich noch meine erste Waschmaschine hier angestellt und ich bin gespannt ob ich meine Sachen so wieder herausholen kann, wie ich sie hinein getan habe...

Nach dem Abendessen bin ich dann mit dem Fahrrad in die Stadt gefahren. Dort bin ich ganz gemütlich durch die Gassen geschlendert und habe mir ein Eis gekauft und mich an den Balcon de Europagesetzt. Dort beobachtete ich den Trubel der Menschen und genoss die Aussicht.

Es war zwar ein schöner Abend, aber ein bisschen habe ich mich schon allein gefühlt.

Momentan merke ich total das sich das Alleinsein einerseits beklemmend und andererseits befreiend finde. Auf der einen Seite finde ich es toll meine eigene kleine "Wohnung" zu haben, und alles dann und so zu putzen wie ich es für richtig halte, auf der anderen Seite fühle ich mich schon sehr alleine wenn ich in der Innenstadt stehe und um mich nur Leute sind die sich gegenseitig kennen und herumalbern.

Aber ich sag mir: Kopf hoch, du bist gerade mal eine Woche hier und du wirst schon jemanden kennenlernen!


Sonntag

Heute konnte ich ein bisschen ausschlafen denn ich hatte heute frei.

Heidi schlug mir aber vor ein paar Tagen vor, ob ich nicht mit ihr auf den Flohmarkt gehen möchte. Da ich Flohmärkte und Schnäppchen liebe, konnte ich natürlich nicht nein sagen. Es war ziemlich heiß und der Markt lag mitten in der Sonne, das war nicht sehr angenehm. Trotzdem hatte er eine angenehme Größe und wirklich alles an Krimskrams was man braucht (oder eben auch nicht braucht).Heidi erzählte mir, dass der Markt das ganze Jahr über hier sei und es im Winter natürlich angenehmer ist darüber zu laufen. Sie sagte, dass viele arme Menschen sich auf diesem Flohmarkt kompletteinkleiden und einrichten. Es gebe sogar einen Stand, an dem man nur Elektrogeräte kaufen könne und sogar 2 Jahre Garantie auf allen Geräten hat, das fand ich ziemlich verrückt.

Am Nachmittag war ich dann bei Bekannten/Familie von Antonio und Heidi eingeladen, was ich ziemlich nett fand, denn ich war ja schließlich erst eine Woche hier. Dort haben wir lecker Kuchengegessen und es wurde sich viel unterhalten (wie das in Spanien ebenso ist). Die Familie war super nett und hat mich total herzlich aufgenommen. Danach sind Heidi, Antonio und ich dann noch in die Innenstadt etwas essen gegangen. Das Essen ist hier wirklich überall grandios und ich werde hier richtig verwöhnt.

Es war noch ein sehr netter Abend und ich kann es kaum erwarten noch mehr Leute kennen zu lernen.



2. Woche

Meine zweite Woche auf dem Cortijo Hidalgo und in Nerja fing nicht ganz so schön an. Ich habe mir leider in der Nacht von Sonntag auf Montag eine Erkältung eingefangen, da ich mit nassen Haaren und Ventilator schlafen gegangen bin weil es unfassbar warm war... Ja, ich weiß, das war ganz schön dumm von mir. Dafür werde ich das ganz bestimmt kein zweites Mal machen. Montag hatte ich nur Halsschmerzen, Dienstag kam dann Schnupfen dazu, der bis Freitag anhielt.

Außerdem ist seit Sonntagnachmittag der kleine Hund Simba vom Hof verschwunden. Sie ist eine ca. vier Monate alte Windhund Hündin und total lieb. Sie ist total verschmust und wollte immer total gerne spielen. Bis jetzt ist sie leider immer noch nicht aufgetaucht war sehr untypisch für die Hunde vom Hof ist. Außerdem wissen auch alle Leute im Dorf, welcher Hund wo hingehört und auch die Polizei und Tierheime wissen das. Heidi vermutet daher, dass jemand die kleine Simba geklaut habe. Ihr sei dies in den 20 Jahren in denen sie hier lebt schon häufiger passiert. Es scheint also, als gäbe es keine Hoffnung mehr dass sie wieder kommt. Ich finde es sehr traurig, dass manche Menschen in der Lage sind, anderen Menschen einfach ihr geliebtes Haustier zu klauen. Dabei sind die Tierheime, überall auf der Welt, überfüllt von Hunden die keinen Besitzer haben und die niemand vermisst.

Ansonsten haben wir die ganze Woche über nur einen Ausritt pro Tag gehabt. Und wenn wir einen zweiten hatten, haben Heidi und ich uns aufgeteilt. Das war auch ein sehr spannender Moment für mich, Ausritte ganz alleine, ohne Heidi, zu leiten. Es lief aber alles super und hat gut geklappt. Ein weiterer großer Schritt für mich!

Während all dieser Ausritte durfte ich, sogar bis jetzt schon, sehr viele nette Leute kennenlernen. Meist Menschen, aus den verschiedensten Teilen Deutschlands und ich finde es total spannend mir ihre Geschichten anzuhören, was sie nach Nerja, aber vor allem auch auf den Cortijo Hidalgo verschlagen hat. Ich kann hier wirklich während der Arbeit, man muss sich hier immer vor Augen führen dass es Arbeit ist, denn das vergisst man ganz schnell, sehr vieles lernen und das freut mich ungemein. Ich bin momentan einfach so unfassbar glücklich hier zu sein, auch wenn das Allein sein manchmal sehr schwer für mich ist. Aber ich bekomme sehr viele positive Nachrichten und Unterstützung durch meine Familie und Freunde, was alles natürlich einfacher macht. Auch in meinem "Häuschen" fühle ich mich so langsam immer wohler, nachdem ich überall einmal durch gewischt habe. Auch wenn ich z. B. vor ein paar Tagen aufgewacht bin und eine Kakerlake neben meinem Kopf an der Wand hing *Schreck*.

Ach übrigens, meine erste Wäsche war leider klatsch nass als ich sie aus der Maschine holte, da ich das falsche Programm ausgewählt hatte. Gestern habe ich eine weitere Maschine angemacht und diese konnte ich ohne irgendwelche Problemchen herausholen.

Also funktioniert mittlerweile eigentlich alles so, wie ich es möchte und ich kann mich voll und ganz auf die Arbeit, die Leute und mich konzentrieren.

Des weiteren habe ich diese Woche (meist nachmittags nach der Siesta) zum ersten Mal in meinem Leben eine Buchhaltung gemacht. Ich meine, für mich selbst führe ich ja eigentlich auch schon seit Jahren Bücher, da ich immer alle Kassenzettel abgehefte und Beträge aufschreibe, aber so eine richtig wichtige Buchführung habe ich zum ersten Mal gemacht.

Ansonsten habe ich diese Woche nicht viel gemacht außer am Sonntag wieder mal ein paar Schnäppchen auf dem Flohmarkt. Während der Siesta habe ich meist geschlafen, in der Hoffnung, dass meine Erkältung so schneller vorbei ziehen kann und bis jetzt ist es auch immer besser geworden.



3. Woche

Die dritte Woche in Nerja hat mir sehr viel gegeben. Im Großen und Ganzen lief diese Woche ähnlich ab wie die letzte. Morgens Pferde putzen, satteln und Ausreiten, Siesta, gutes Essen und tolle Landschaft. Ich bin immer noch total begeistert von der Umgebung, die ich mir total unbewusst ausgesucht habe. Der Montag war schon ein sehr emotionaler Tag für mich, denn ich durfte nachmittags den wunderschönen braunen Hengst (Hidalgo) im Roundpen laufen lassen. Das klingt jetzt vielleicht etwas unspektakulär, aber wenn Du diesen Hengst sehen könntest, sehen würdest wie er aus seiner Box geschossen kommt und dann all seine Kraft majestätisch auf dem Hof präsentiert, dann wüsstest Du was ich meine. Vor allem wusste ich nicht wirklich was geschah:

Antonio führte Hidalgo hinüber zum Roundpen und sagte ich solle mittkommen. Er machte Hidalgo im Roundpen los und dieser stürmte sofort in einem Galopp um uns herum und machte Freudensprünge weil er endlich aus seiner Box hinaus kam.

Ich fixierte ihn total und hatte ein wenig Angst dass er mich im nächsten Moment einfach umrennt. Doch dann ging Antonio einfach hinaus und ließ mich allein mit Hidalgo. Er erklärte mir noch kurz was ich zu tun hatte und verschwand dann. In diesem Moment hätte ich heulen können. Ich weiß nicht was es war... Angst vor dem starken Tier, Freude über dieses Gefühl von Verantwortung oder Wut weil ich allein gelassen wurde... Ich weiß es nicht. Es fühlte sich auf der einen Seite soo positiv an, auf der anderen Seite war ich irgendwie auch überfordert mit der Situation. Als ich mich dann wieder beruhigt hatte und Hidalgo einige Zeit friedlich vor sich hin lief, fing es an sich zu zuziehen und die ersten schweren Tropfe fielen vom Himmel (Das erste mal!). Dann, von jetzt auf gleich, fing es an zu schütten wie aus Eimern. Antonio brachte Hidalgo wieder rein und ich lief so schnell wie möglich zu Heidi ins Haus. Innerhalb von wenigen Minuten ging draußen gefühlt die Welt unter. Mein Häuschen erlitt durch den Regen einen kleinen Stromausfall, weshalb ich mir den Abend mit ein paar Kerzen gemütlich machen "musste".

Am Dienstag passierte während eines Ausrittes das erste Maleur. Das Pferd von dem Mädchen welches mit mir ritt (Willi), verlor im Galopp einen Steigbügel und ein Hufeisen. Beides wurde aber bereits am nächsten Tag repariert und ist wiedereinsatzbereit. Am selben Tag kam mir mal wieder das Thema "Hund" ins Gedächtnis da ich hier jeden Tag von Hunden umgeben bin. Ich bin leider ohne einen Hund aufgewachsen, bin aber schon als Kleinkind immer im Tierheim gewesen um mit den Hunden Gassi zu gehen, der Kontakt zu Hunden ist mir also nicht fremd. Vielleicht auch genau deswegen wünsche ich mir schon seitdem ich denken kann einen Hund. Als Kind habe ich sogar deswegen geweint. Heutzutage sehe ich natürlich die Vor- und Nachteile und sehe, dass ein Hund sehr viel Verantwortung und Führsorge benötigt. Dennoch bin ich mir zu 100% sicher, dass mich in meinem weiteren Leben auf jeden fall ein Hund begleiten wird. Es ist schließlich MEIN Leben, und bevor ich es bereue nicht getan zu haben, tue ich es. Am Anfang der Woche erzählten mir Heidi und Antonio, dass am Samstag auf dem Hof eine Fiesta stattfinden soll. Antonio sollte eine Paella machen (sein Spezialgebiet, er war früher Koch) und ca.20-30 Leute sollten kommen. Leider wurde diese wieder abgesagt, da der Mann der die Fiesta ausrichten sollte, krank geworden war. Darüber war ich sehr traurig denn ich hatte mich sehr gefreut. Im Zuge dessen führte ich mit Antonio eine sehr interessante Unterhaltung über sein Leben, seine Reisen und vor allem die Armen und Reichen dieser Welt. Er hat wirklich viel gesehen, erlebt und somit auch viel zu erzählen. Ich höre solchen Menschen total gerne zu!

Des weiteren durfte ich diese Woche sehr nette Menschen kennenlernen. Am Freitag hatte ich einen sehr lustigen Ausritt mit einem Paar aus Essen. Wir haben alle sehr viel gelacht und konnten uns alle füreinander interessieren. Am Ende habe ich den beiden noch den Hof gezeigt und sie waren total begeistert, das hat mir sehr viel Spaß gemacht.

Samstag war für mich jedoch der beste Tag, und nicht nur dieser Woche. Ich bin am Vormittag mit zwei Mädels (Julia und Carla) ausgeritten die etwa in meinem Alter sind. Sie kennen sich schon seit dem Kindergarten, studieren jedoch heute weit voneinander entfernt. Das Reisen verbindet beide stark und so sind sie dann (größtenteils per Anhalter) nach Nerja gekommen. Wir drei haben viel gequatscht und waren auf einer Wellenlänge. Somit fragten mich die zwei, ob ich ob ich nicht mit ihnen und zwei Musikanten die sie am Strand kennenlernten etwas machen möchte. Ich war natürlich sofort Feuer und Flamme und freute mich riesig endlich etwas mit Leuten in meinem Alter unternehmen zu können. Und ihr könnt euch nicht vorstellen was ich für einen schönen Abend bzw. schöne Nacht hatte. Wir gingen zusammen in den Supermarkt und kauften ein paar Getränke und Knabberzeug, denn wir wollten uns an den Strand setzen und ein Lagerfeuer machen. Vorher meinten die Jungs, dass sie vorher noch in ihr Zuhause müssen. Wir spazierten quer durch Nerja, gingen am Strand entlang und kletterten schlussendlich eine Klippe hinauf. Wir Mädels erwarteten jetzt ein kleines Häuschen oderähnliches, jedoch zeigte sich uns etwas ganz anderes. Als wir eine Brettertür mitten auf der Klippe öffneten, ergab sich uns ein recht großer Garten mit allerhand Pflanzen und Gewächsen. Obst, Gemüse, Kakteen, Blumen, Büsche, Bäume usw.. Es gab glaube ich nichts, dass es nicht dort gab. In ihm verteilt standen Zelte, Hütten und Bretterverschläge. Eine Ecke des Gartens wurde als Abwaschecke genutzt, eine andere wiederum als Chillloungearea. Alles natürlich mit einem 180° Meeresblick egal ob von der Couch oder vom Klo aus. Wir waren total fasziniert und ließen uns alleszeigen. Man merkte, wie stolz die zwei auf ihren Garten/Wohnung waren. Einer von ihnen, Luca, ist gebürtiger Italiener, er spricht fließend Spanisch sowie Englisch und ist total offenherzig. Er reist immer mal wieder um die Welt herum und lebt zum Teil in Nerja und zum Teil in Sevilla in einer Art Höhle. Der andere, Emanuel, kommt aus Argentinien spricht kaum Englisch und ist ein wenig schüchterner, aber auch sehr nett. Er lebt die meiste Zeit in Nerja. Wir waren begeistert von den beiden ihrer Lebenseinstellung, ihrem Lebensstil und ihrer Warmherzigkeit.



4. Woche

Die letzte Woche habe ich wieder so einiges gesehen und erlebt. Schon am Montag bin ich das erste Mal raus aus Nerja, weil ich Heidi nach Malaga zum Arzt fahren musste. Weil sie dort ein paar Stunden blieb, hatte ich Zeit mir die Stadt anzusehen und ein bisschen Sightseeing zu machen. 🙈 Also fuhr ich mit dem Bus in die Innenstadt und habe mit dort unter anderem die sehr beeindruckende Kathedrale angeschaut. Bevor ich wieder zurück zu Heidi musste habe ich mich noch mit Carla und Julia auf einen Kaffee getroffen, da die beiden ja am Sonntag nach Malaga getrampt sind. Sie sind wirklich unglaublich nett!

Am Mittwoch hatten wir dann zum ersten Mal keine Ausritte, weil eine Unwetterwarnung heraus gegeben wurde. (Auf Mallorca sind wohl sogar 10 Menschen gestorben). Es blieb zwar den Tag über trocken, aber sicher ist sicher. Abends habe ich mich dann mit (Gian)luca am Strand getroffen. Wir haben sehr viel geredet und über das Leben philosophiert. Wir haben über Sternzeichen, Spiritualität und die Welt geredet und es war sehr interessant die Sichtweise eines homeless man noch näher kennen zu lernen.

Des weiteren fing am Mittwoch die Ferria in Nerja an. Ein Stadtfest welches 5 Tage lang geht und die spanische, und vor allem die andalusische Kultur zur Geltung bringt. Die Stadt ist voll von Menschen in Flamencokleidung, Musikern, Tänzern und Nachtschwärmern. Bis tief in die Nacht wurde hier die letzten Nächte gefeiert, sowohl unter der Woche als auch am Wochenende. Eine große Kirmesbeschallte zusätzlich die Stadt.

Am Freitag dann war mein Geburtstag (wuuhu endlich kein Teenie mehr) und ich wurde natürlich mal wieder ein wenig sentimental. Am Morgen hatte ich einen Ausritt der ganz entspannt war und am Nachmittags hatte ich frei. Also machte ich mich fertig und fuhr in die Stadt. Dort habe ich mir auf dem Balcon de Europa in einem Cafe ein leckeres Stück Torte gegönnt. Danach habe ich mir auf einer Bühne Flamencotänzerinnen angeschaut und war so sehr beeindruckt von dieser Leidenschaft und diesem Ausdruck, dass ich ein wenig Pippi in den Augen hatte. Musik und Tanz erreicht mich irgendwie total stark und ich werde gleich emotional.

Auf dem Rückweg zum Hof lernte ich dann noch einen Norweger kennen, mit dem ich auch später noch ein wenig den Abend verbracht habe. So langsam sind es ja doch ein paar Leute die ichkennengelernt habe deshalb bin ich für die nächste Zeit sehr zuversichtlich. 😊

Außerdem war ich mit Heidi und Antonio noch sehr lecker in einer Pizzeria essen. 😋

Am Samstag dann hatte ich mich mit Emanuel verabredet und wir haben uns an den Strand (Burriana) gesetzt und geredet. Mit ihm ist die Kommunikation natürlich ein bisschen schwerer da er kaum Englisch sondern nur Spanisch spricht und auch einen ziemlichen Akzent hat, aber im Großen und Ganzen verstehen wir uns sehr gut. Er ist ein sehr humorvoller Mensch der immer singend und pfeifend durch die Straßen läuft. Ihm merkt man sehr an, dass er seinen Lebensstil gefunden hat und unglaublich glücklich ist. Ich liebe es solche Menschen anzuschauen und zu sehen wie viel Freude sie selbst an den kleinsten Dingen haben. An ihm und Gianluca sieht man so unglaublich gut, dass man viel glücklicher ist wenn man weniger hat.

Um 20:30 hatte ich mich dann noch mit Heidi und Antonio verabredet und wir sind sehr chic Indisch essen gegangen. Das Essen war soooo unglaublich gut!

Sonntag war natürlich wieder Flohmarkt geplant, doch leider machte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung weil es unglaublich anfing zu regnen. Also verbrachte ich den Tag in meinem Casito (Häuschen) und hörte viel Musik. Am Nachmittags klarte der Himmel dann auf und ich beschloss einen Ausflug in das nächste, an der Küste liegende Dorf, Maro, zu machen. Ein seehr seehr kleines aber sehr schönes Dorf mit vielleicht knapp 1000 Einwohnern. Alle Häuser haben verschnörkelte Balkone und mit bunten Fliesen übersehen. Aber dort war es wirklich seeehr ruhig, es schien fast wie ausgestorben. Es waren kaum Menschen auf den Straßen.


5. Woche

Ich habe das Gefühl die Wochen wechseln wie Tage. Und doch erlebe ich so viel. Am Montag hat unser schöner Willi eine Kolik bekommen und wäre beinahe gestorben, wenn Antonio nicht im letzten Moment gekommen wäre. Wir wissen nicht genau weshalb er die hatte, vielleicht hat er etwas Falsches unterwegs gefressen, z. B. von den Avocadobäumen (die sind nämlich giftig für Pferde). Es ist wirklich unfassbar, wie schnell sowas gehen kann und wie schnell dann auch ein Leben beendet sein kann. Einen Tag vorher springt er noch durch den Paddock, am nächsten Tag hätte er tot sein können.

Diese Woche war wieder recht viel zu tun, weil viele Ausritte, die an Tagen stattfinden sollten an denen es stark regnete, auf die sonnigen Tage verschoben wurden. Durch die Regentage bedingt und dem dann auch auftauchenden Stromausfall, fing ich zwangsweise an zu lesen. Heidi hatte mir eine ganze Tüte mit Büchern zum Lesen gegeben also fing ich mit einem an. "Im Westen nichts neues" hieß das Buch welches ich mir ausgesucht hatte um es als erstes zu lesen. Ich hatte von ihm schon gehört und war sehr gespannt. Innerhalb weniger Tage hatte ich es durch, denn es fesselte mich sehr. Ein Buch über die Brutalität und Normalität im ersten Weltkrieg aus der Sicht eines Soldaten. Harte Kost, aber von ihr lassen kann man nicht.

Des Weiteren fing ich wieder an ein wenig Gitarre zu spielen. Jahre lang habe ich keine Gitarre mehr angefasst und es war ein befremdliches Gefühl die ersten Töne zu spielen. Doch nach kurzer Zeit flackerte wieder die Sehnsucht in mir, die ich verspürte als ich mit dem Gitarrenspielen anfing doch dann leider verloren hatte. Wenn ich also Zeit habe oder es regnet, spiele ich jetzt wieder gerne Gitarre und ich hoffe, dass diese Sehnsucht länger anhält als das letzte Mal.

Am Samstag wollte ich die Höhle von Nerja besichtigen, denn ich hatte schon viel Positives von ihr gehört. Also fuhr ich am Nachmittag hin (sie liegt oberhalb von Maro) und bemerkte dann, dass sie leider schon geschlossen hatte.
Also fuhr ich hinunter nach Maro, damit ich den Weg nicht umsonst gemacht hatte. Ich stellte mein Fahrrad in der Stadt ab und suchte einen kleinen Fußweg zum Strand hinunter. Kurz vor dem Strand blieb ich auf einer Klippe stehen. Eine Klippe direkt in der Mitte der Bucht. Ich war ganz allein. Nur ich, der Wind und das Meer. Ich breitete meine Arme aus und schloss die Augen, holte tief Luft. Ich wollte alles in mich hinein saugen. Den Geruch des Meeres und der Wärme, die Geräusche der Wellen und des Windes in den Sträuchern. Einfach alles. Ich war so überwältigt und glücklich, dass ich einfach dort verweilte. Über eine halbe Stunde stand ich einfach nur dort und war überglücklich.

Auch diese Woche verbrachte ich wieder den Samstagabend mit Manuel und Gianluca zusammen. Viel Wein, Zigaretten und Gesang begleiteten uns. Nerja ist mittlerweile selbst am Wochenende nicht mehr so überfüllt. Man kann sehr angenehm abends durch die Stadt laufen und es herrscht eine super laue Sommertemperatur. Ich liebe es! Die Menschen, die Natur, das Essen, das Leben! Ja, ich liebe das ganze Leben.


6. Woche

Momentan ist es beim Reiten ein wenig actionreich. Am Montag ist ein Mädchen vom Pferd gefallen, da sie nach dem Galopp am Strand einen Fuß aus dem Steigbügel und somit das Gleichgewicht verlor. Sie rutschte also, als ihr Pferd langsamer wurde, zur Seite, verletzte sich aber zum Glück nicht. Des Weiteren wurde heute (Montag; ja ich weiß, eigentlich nicht die 6. Woche) eine Frau, als sie versuchte ein anderes Pferd zu überholen, von dem vorderen Pferd gegen den Fuß getreten. Sie konnte nicht mehr weiter reiten, hat wahrscheinlich eine Prellung, und es bot sich ein Autofahrer an sie zum Hof zu fahren. Wir anderen sind dann mit den Pferden auch zurückgeritten und haben den Ausritt abgebrochen.
Aber so ist das halt, Reiten ist kein ungefährlicher Sport und es kann immer etwas passieren.

Am Dienstag bin ich mit Heidi und Antonio nach Velez-Malaga gefahren weil Heidi dort wieder einen Termin hatte. Diesmal war ich vorbereitet und hatte mir ein Buch mitgenommen um ein wenig zu lesen (Im Endeffekt unnötig, weil ich Sims gespielt habe 😂). Es dauerte dieses Mal auch nicht allzu lange und wir waren recht schnell wieder zurück.
Am Nachmittag kam ein Freund von Heidi (aus der Schweiz) vorbei (Balthasar). Er hat hier in Nerja ein Ferienhaus und wenn er in der Schweiz ist, kümmert sich Heidi ein wenig darum.
Des Weiteren besitzt er ein Auto, einen Opel, den er natürlich auch nicht benutzt, wenn er nicht hier ist. Heidi fragte ihn ob ich das Auto dann fahren könne, und so kam er am Dienstag mit dem Auto um mich Probe fahren zu lassen. Er erklärte mir alles und sagte, dass ich ab Mittwoch das Auto haben könne.
Seitdem habe ich also jetzt ein Auto und ich fühle mich noch viel freier als vorher. Manuel sagt zu mir jetzt immer Doc, weil der Opel ein wenig wie ein Delorean aussieht. 😂

Am Donnerstag musste ich nicht arbeiten, weil Antonio Geburtstag hatte. 🙌 Nach dem Mittagessen hatte ich dann viel Zeit für mich und so ging ich an den Strand von Maro. Unfassbar schön! Ganz klein, ganz ruhig und das Wasser ist total klar. Ich liebe es wenn am Strand nicht so viel Trubel ist, sondern maximal eine kleine Bar.
Am Abend dann kamen Freunde von Antonio und Heidi zum Essen vorbei und es gab suuper leckeren Fisch. Es schmeckt wirklich total anders, wenn man Fisch ganz frisch zubereitet als Zuhause wo er erst einmal tiefgefroren ist.

Samstag hatten wir keinen Ausritt und ich bin mit Heidi zur Post gefahren weil mein Geburtstagspaket von meinen Eltern angekommen ist. 😍 Ich war so gespannt, dass ich es im Gehen schon ausgepackt habe. Ich besitze jetzt auf jeden Fall einen Haufen mehr Süßigkeiten und, natürlich ganz wichtig zum Überleben: Aufgießnudeln. Haha. Ja so ist das, hier liefert der Postmann das Paket nicht wie Zuhause an der Haustür ab. Hier muss man dafür zur Post fahren. 🙈

Danach bin ich dann wieder einmal zur Cueva (Höhle) von Nerja gefahren. Dieses Mal hatte sie auch auf und ich buchte eine Führung. Unfassbar schön und wirklich riesig, die größte Höhle in ganz Europa. Ist auf jeden Fall einen Abstecher wert und das Restaurant anbei hat ausgezeichnetes Essen.

Der botanische Garten der unterhalb der Höhle liegt ist, finde ich, nicht ganz so sehenswert. Sie haben zwar schöne Wege und Brücken angelegt, jedoch habe ich auf den Ausritten schon viel schönere und außergewöhnlichere Pflanzen gesehen.

Am Nachmittag bin ich dann von da aus die Küste entlang immer Richtung Osten gefahren. Eine wunderschöne Küstenlandschaft ergibt sich den Straßen entlang. Viele Berge und Buchten die super harmonisch sind. Ich hielt einige Male mit dem Auto an, um die Aussicht zu genießen. Am Ende landete ich in dem Städtchen La Herraduras was mich jetzt aber nicht wirklich beeindruckte.

Auf diesem kleinen Roadtrippchen kam ich auf die Idee einen richtigen Roadtrip zu machen mit ein oder zwei Übernachtungen, entweder im Auto oder in einem Hostel. Ich habe jetzt mit dem Auto total Lust die Gegend zu erkunden. 👀

Abends traf ich mich dann mit Manuel und wir machten wieder ein wenig die Straßen von Nerja unsicher. Wir landeten in der Bar, el Molino, in welcher ein Mann Gitarre spielte und eine Frau dazu sang, typisch spanisch traditionelle Musik, einfach nur wunderschön. Die ganze Bar klatschte und jubelte im Takt und einige ganz mutige tanzten sogar vor den Musikern. Die Stimmung in einer spanischen Bar lässt sich wirklich nicht mit der einer deutschen vergleichen. Alle sind viel gelöster und feiern miteinander.
Dort versackten wir wirklich lange und hatte vielleicht auch 1-2 Wein zu viel. Aber dennoch war es wunderschön und nicht in Worte zu fassen.

Am Sonntag war ich natürlich wieder mit Heidi auf dem Flohmarkt und konnte wieder so einiges anstauben. Ich glaube, wenn das so weiter geht brauche ich wirklich einen weiteren Koffer, wenn ich wieder nach Hause fliege. Danach habe ich Manuel mit dem Auto abgeholt und wir sind nach Frigiliana gefahren. Ein weißes Bergdorf welches oberhalb von Nerja liegt und schon als das schönste Dorf Andalusiens gekürt wurde. Es war wirklich sehr schön, überall kleine Sträßchen die hinauf oder hinab führen mit gepflasterten Steinen in verschiedenen Mustern. Fast jedes Haus hat seine eigene Farbe für Haustür und Schlagläden und es gibt einige kleine Läden mit Schmuck und Handwerkskunst aus Tansania.
Zu Mittag gegessen haben wir auf einer Terasse eines Restaurants von welchem wir einen schönen Ausblick auf das Meer hatten, jedoch war das Essen überhaupt nicht gut und dazu noch kalt. Also gingen wir danach für einen Kaffee in ein anderes Restaurant von dem wir einen eigentlich noch schöneren Ausblick hatten und der Kaffee auch sehr lecker war.
Da der Tag noch jung war überlegten wir uns, dass wir noch nach Salobreña fahren könnten. Also setzten wir uns in den Opel, spielten spanische Musik von unseren Handys ab (da das Auto kein Radio besitzt) und machten uns auf den Weg. Salobreña liegt ca. 30 Kilometer östlich von Nerja. Die Altstadt liegt auf einem Hügel der aus einer weiten Geraden herausragt. Oben drauf thront die Burg welche man schon von weitem sehen kann. Das Dorf ist (wahrscheinlich vor allem um diese Jahreszeit) wie ausgestorben, fast wie ein Geisterdorf. Man trifft kaum Menschen und bestimmt 80% der Häuser stehen zum Verkauf. Es gibt kein einziges Geschäft oder Café und alles ist somit ziemlich trist. Auch wenn die Gässchen wirklich schön sein könnten.

des Weiteren habe ich diese Woche mit einem neuen Buch angefangen. Hier komm ich wirklich viel zum Lesen, vor allem in der Siesta oder abends im Bett, da ich ja kein WLAN habe und auf Fernsehen nicht so wirklich abfahre.


7. Woche

Diese Woche wurde, vor allem am Anfang der Woche, von viel Regen und Kälte begleitet.
Dienstag fuhr ich mit Antonio und Heidi nach Malaga weil Heidi dort wieder einen Termin im Krankenhaus hatte. Da es aber wie aus Eimern schüttete, entschloss ich mich dazu nicht mit dem Bus in die Innenstadt zu fahren, sondern mit Antonio auf Heidi zu warten. Wir gingen erst einmal in ein Café und aßen eine Portion Churros mit Schokolade (genau mein Geschmack). Dann besorgten wir noch einen neuen Schinken. Natürlich ein ganzes Bein, so wie es sich in Spanien gehört. Den spannt man dann in ein bestimmtes Gestell ein und kann dann den Schinken Scheibchenweise mit einem scharfen Messer abschneiden.

In der Siesta, wieder am Hof in meiner Casita, habe ich dann so gefroren, dass ich mich ins Bett gelegt und dick eingepackt habe. Dabei bin ich dann eingeschlafen und habe bestimmt 3 Stunden geschlafen. Als ich aufgewacht bin, hat es zwar aufgehört zu regnen aber ich hatte keinen Strom mehr. Das ist ja für mich mittlerweile nichts Neues mehr und ich weiß damit umzugehen. Ich habe dann Antonio geholfen die Sattelkammer zu ordnen und eine neue Futterlieferung zu sortieren.
Den Abend habe ich damit verbracht Musik zu hören und mich in Decken und Pullis zu kuscheln.

Mittwochvormittags schien ausnahmsweise Mal die Sonne und ich hatte zwei Ausritte. Dort lernte ich eine Bekannte von Heidi und Antonio kennen, Steffi. Sie ist am Überlegen ob sie vielleicht den Stall übernimmt, da Heidi und Antonio ja auch nicht ewig arbeiten möchten und ungerne alles aufgeben würden was sie so mühsam aufgebaut haben.
Sie blieb auch zum Mittagessen und ich unterhielt mich viel mit ihr. Sie hat eine Tochter, auch in meinem Alter, die einige Monate bevor ich hier ankam hier gearbeitet hat. Sie würde, wenn Steffi den Stall übernimmt, ihn zusammen mit ihr führen.
Am Nachmittag regnete es dann wieder bis in die späten Abendstunden... doch oho... ich hatte keinen Stromausfall.

Am Donnerstag war recht gutes Wetter, und das nutzten natürlich die Leute um auszureiten. Ich ging also am Morgen wieder zwei Runden. Am Nachmittag habe ich dann von Heidi frei bekommen und meine Reiselampe fing natürlich sofort am zu leuchten. Ich schaute in meinen Reiseführer, den ich von Bekannten ausgeliehen bekommen habe, und setzte meine Karten auf ein kleines Dorf namens Comares.

Ich stieg in mein "back to the future" Auto ließ mein Handy Flamenco abspielen und machte mich auf den Weg Richtung Velez-Malaga. Von dort aus ging es bestimmt eine halbe Stunde über Serpentinen hoch in die Berge, vorbei an tropischen Obst- und Gemüsekulturen. Ganz oben auf dem Felshügel thronte dann das Dorf wie ein Adlerhorst. Oben angekommen reichte dann der Blick bis auf das Meer. Comares ist ein sehr kleines und ruhiges Dörfchen welches vielleicht 3-4 Möglichkeiten (vielleicht auch nur jetzt im Winter) zum Café trinken besitzt. Doch die Aussicht auf die umliegenden Berge ist auf jeden Fall die Reise wert.

Auf dem Rückweg entschloss ich mich nicht erst die Autobahnabfahrt in Nerja, sondern eine vorher in Torrox zu nehmen. Da die Sonne gerade am untergehen war, fuhr ich die Küstenstraße entlang und machte einen Stopp an einem kleinen Strand. Dort schaute ich mir dann den Sonnenuntergang an.

Da der Donnerstag ja recht ereignisreich gewesen war, war der Freitag genau das Gegenteil. Es gab keine Ausritte und ich half Antonio beim Füttern der Pferde und bei allem möglichen was zu erledigen war. Und ich sag dir, das schlimmste für mich ist Stroh in den Offenstall zu tun. Wenn Du die Strohballen hoch in die Futtertröge hebst, bekommst Du eine komplette Strohdusche und hast es nachher überall. Und wenn ich überall meine, meine ich wirklich überall. In den Schuhen, in den Haaren und in der Unterwäsche... Da hilft dann nur noch duschen und die Klamotten zu kontaminieren.

Samstag früh gab es einen kleinen Ausritt. Also machte ich nach dem Mittagessen wieder einen kleinen Ausflug zu einem von Heidi empfohlenen Ort. Der Hafen "Puerto Marina del Este" liegt östlich von der Stadt las Herraduras und ist total schnucklig. Man kann sich dort in ein ruhiges Café setzen, ein Stück Kuchen essen, einen Kaffee trinken und den Yachten beim dümpeln zuschauen. Die Restaurants, die auch am Hafen liegen, überzeugen mit ihren Spezialitäten, von denen viele natürlich aus dem Meer stammen.

Am Abend traf ich mich wieder mit Manuel und wir besuchten die Bar "El Burro Blanco" (der weiße Esel). Eine typische Flamenco Bar mitten in der Innenstadt von Nerja welche nicht zu klein und nicht zu groß ist. Es ist sehr überschaubar aber genug Platz zum tanzen ist vorhanden, und das ist wohl auch das Wichtigste, denn außer uns saßen bloß 4 weitere Leute auf ihren Plätzen. Die restliche Bar (Mitarbeiter eingeschlossen) tanzten fröhlich auf dem Parkett. Ein Gitarrist begleitete die vom Band laufende Musik und sang. Alles in allem wieder einmal ein sehr gelungener Samstagabend.

Am Sonntag ging es dann, wie sollte es anders sein auf den Flohmarkt. Dort habe ich neuen Lesestoff und *tataaa* eine Heizung gefunden. Nun muss ich nicht mehr frieren.
Ich habe außerdem nach Schuhen gesucht die ich anziehen kann wenn ich ausgehe, habe jedoch keine gefunden. Auch die Suche in der Innenstadt von Nerja nach dem Flohmarkt blieb vergeblich.
Wir haben uns dann dazu entschlossen einen Ausflug in das ca. eine Stunde entfernte Bergdorf Mijas zu machen. Ein wirklich wunderschönes Städtchen von welchem man einen wunderschönen Blick auf das Meer auf einer Höhe von ca. 400 Metern hat. Der Ort strahlt mit seinen weißen Häusern den ganzen Reiz Andalusiens aus. Besonders malerisch sind die engen Gassen der Altstadt mit den mit Blumen und Pflanzen geschmückten Fenstergittern. Mijas hat sogar eine eigene ganz kleine Stierkampfarena die man sehr gut sehen kann, wenn man an das oberste Ende der Stadt geht und von oben auf sie hinabschaut.
Wenn man durch die Straßen schlendert begegnet einem alle 2 Minuten ein wundervoll geschmücktes Pferde- oder Eseltaxi und die ganze Stadt riecht (jetzt im Winter) herrlich nach gerösteten Kastanien (eine Winterspezialität hier).
Trotzdem kommt es einem nicht wirklich wie im Winter vor, wenn die Temperaturen noch so angenehm sind, dass man am Strand liegen kann. Nach dem malerischen Sonnenuntergang ändert sich das Panorama, wenn das funkelnde Lichtermeer von Fuengirola den Blick gefangen hält.


8. Woche

Diese Woche verlief wirklich seeehr entspannt. Ich hatte kaum Ausritte und bin viel mit Heidi durch Nerja gegurkt um alles Mögliche zu erledigen. Zur Bank, zur Post, zum Bäcker, zum Supermarkt, ins Internetcafé...
An einem Nachmittag fing ich an alle Sättel und Zaumzeuge zu ölen da sie den ganzen Sommer über kein Öl gesehen haben und jetzt in Ruhe trocknen können. Ich schaffte allerdings nur ca. die Hälfte. Ist ziemlich viel Arbeit und nachher tun einem die Finger weh. Ich sag es euch.
Außerdem sieht man danach wie Michel aus Lönneberger aus.

Desweitere fing Antonio an die Palmen auf den Hof zurück zu schneiden - und es gibt hier nicht wenig Palmen. Drei Tage lang hörte man das Geräusch der Motorsäge und wenn man aus der Tür trat sah man Antonio auf einer Leiter zwischen den Palmen hängen. Drei Tage lang hieß es auch für mich mitarbeiten und die stacheligen Palmenblätter wegräumen. Zwei große Container machten wir damit voll. Ihr könnt euch denken wie meine Hände danach ausgesehen haben.

Am Donnerstag kam ein Bekannter von Antonio, bzw. eigentlich der Sohn eines Bekannten von Antonio - Willi - der Namensgeber des Pferdes. Die beiden kennen sich schon seit dem Willi (also der Mann) klein ist. Er kommt so ca. 1-2 mal im Jahr vorbei mit ein paar Freunden um bei Antonio zu Abend zu essen. Dieses Mal kam er mit einer Truppe von Arbeitskollegen.
Ich half Heidi und Antonio bei den Vorbereitungen und durfte dann auch mitessen. Ich habe mich viel mit den Leuten unterhalten -eine ganz nette Truppe- und jeh mehr der Alkohol floss, desto fröhlicher wurde die Stimmung. Irgendwann stand einer in Cowboyklamotte da, einer bekam von Antonio ein Glas über den Kopf geschüttet und ein anderer wollte nun auch seinen Namen tanzen können.
Es war wirklich ein sehr lustiger Abend.

Am Freitag dann stand das von mir und Manuel schon längst erwartete Tango Konzert an. Als wir den Saal, der wie ein Kinosaal aussah, betraten sahen wir auf den ersten Blick, dass wir mit Abstand die jüngsten Leute dort waren. Aus der letzten Reihe konnten wir die Grauschöpfe ziemlich gut beobachten.
Das Konzert dann war eher eine Show. Es gab nicht bloß einen Mann am Klavier, einen am Akkordeon und einen an der Gitarre nein, es gab außerdem eine Sängerin, zwei Tanzpaare und eine Leinwand und Lichtershow die dem Ganzen etwas fantastisches gab. Im Ganzen war es eine wirklich atemberaubende Show die mich natürlich -wie sollte es anders sein- zu Tränen rührte.

Das restliche Wochenende verlief, wie die Woche, sehr ruhig. Samstag machte ich einen kleinen Ausflug nach Almuñeca. Aber die Stadt beeindruckte mich nicht sehr stark, es ist eine typische Großstadt. Viele Hochhäuser und viel Tourismus. Es gibt zwar einen sehr schönen botanischen Park, in welchem sich auch alte Ausgrabungen einer römischen Stadt sehen lassen aber im Großen und Ganzen bin ich von Nerja zu sehr verwöhnt.

Sonntag bin ich alleine zum Flohmarkt gegangen und das ging für meinen Geldbeutel nicht gut aus. Ich habe ziemlich viele, wunderschöne, Sachen gefunden wie eine alte Wildlederjacke und (endlich) Schuhe. Danach bin ich noch ein wenig durch Nerja geschlendert und habe einen Buchladen entdeckt, der nur gebrauchte Bücher verkauft. Es gibt auch eine große Ecke an deutschen Büchern und ich habe mir eins über Flamenco gekauft. Nachdem ich noch eine Lasagne gegessen habe, machte ich mich auf zu Manuel. Wir verbrachten den restlichen Sonntag ganz entspannt in seinem Garten und genossen die Sonne und den wunderbaren Ausblick auf das Meer.


9. Woche

Diese Woche war bis auf das Wochenende auch wieder recht unspektakulär.

Ich plante aber zusammen mit Manuel einen Ausflug für nächstes Wochenende mit Übernachtung nach Granada. Dort kann man eine Festung, die Alhambra, besuchen und muss die Tickets relativ früh vorbestellen. Deshalb machte ich mich diese Woche daran, damit wir nicht davor stehen und keine Karten mehr bekommen.

Ausritte hatte ich diese Woche bloß 3 Stück und man merkt nun sehr dass die Nebensaison begonnen hat.

Am Samstag nahm ich mir vor wieder mal ein wenig etwas zu sehen da ich ja das letzte Wochenende nirgendwo gewesen bin. Also schaute ich auf die Landkarte und entschied mich an einen Stausee zufahren. Das sogenannte "Rules Reservoir" wurde aus dem Fluss "Rio Guadalfeo" gebildet und befindet sich zwischen Granada und Motril in den Alpujarra, so nennt sich das Gebiet am Fuße der Sierra Nevada. Bis dorthin fuhr ich über die Autobahn, weil ich die Küstenstraße mittlerweile ja schon fast auswendig kenne. Ich fuhr an der Südseite des Sees lang und machte, wo es mir möglich war, einen Stopp.

Dort ergab sich mir ein wunderschöner Blick über das Wasser und die Berge. Meine Aussicht war von relativ weit oben und ich konnte mich auf eine Klippe stellen und die Aussicht genießen. Ich fühlte mich wie die Königin der Welt und vor allem unheimlich frei.

Ich wusste nicht so recht ob ich jetzt wieder zurück fahren sollte oder nicht. Ich entschied mich dazu einfach die Straße weiter zu fahren auf welcher ich gekommen war und dann einfach der Nase nach.

Ich fuhr den ganzen Stausee entlang Richtung Osten der irgendwann in einen Fluss überging. Ich fuhr die ganze Zeit auf der Hälfte einer Bergkette und hatte auf meiner Linken immer das Berg Tal. Dort kam irgendwann das Städtchen Los Tablones doch ich hielt mich weiterhin rechts um die Berge nicht zu verlassen. Es ging dann immer steiler Bergauf Serpentine für Serpentine und man sag der Landschaft immer mehr an dass es jetzt immer kühler wurde.

Die Bäume und Sträucher wechselten und der Himmel wurde immer Nebliger. Bald war ich auch schon in Fregenite und die Grenze zu den Wolken begann. Ich machte einen weiteren Stopp um zu sehen wie die Wolken in die Täler zogen. Dort musste ich mir schon einen Pulli überziehen, da dort ganz andere Temperaturen herrschten als im Tal.

Ich war wirklich unglaublich beeindruckt. Ich fühlte mich als wär ich in einem ganz anderen Land oder einer anderen Zeit gelandet. Es war wirklich unglaublich schön.

Zurück ging es dann Richtung Küste über das Bergdorf Rubite ab welchem eine unheimlich Kurvenreiche Abfahrt beginnt. Die Straße stapelt sich förmlich übereinander und gaaanz langsam, Kurve für Kurve, ist man dem "Boden" wieder etwas näher.

Sonntag wollte ich dann natürlich wieder auf den Flohmarkt doch das Wetter war nicht so berauschend weshalb auch nur ca. ein Viertel der Stände aufgebaut waren. Ich fand dementsprechend auch nichts doch Manuel wurde fündig, immerhin.

Dann entschlossen wir uns einen Ausflug nach Málaga zu machen und fuhren auf die Autobahn. Kurz bevor wir nach Málaga rein fuhren fing es an zu schütten das könnt ihr euch nicht vorstellen. Wie von einem Wasserwerfer kam der Regen vom Himmel gestürzt und man konnte kaum etwas sehen. In der Innenstadt waren viele Straßen so voll Wasser dass ich mir wünschte wir wären doch mit einem Boot anstatt mit einem Auto gekommen. Aus vielen Gullis kam das Wasser in Fontänen heraus, welchen man irgendwie versuchen musste auszuweichen. Nach 20minütiger Suche entdeckten wir endlich einen Parkplatz und entschlossen uns einfach das nächst beste Café aufzusuchen. Im Auto lag allerdings nur ein Strandschirm und wir sagten uns, besser als Garnichts. Wir wurden zwar ein wenig schief auf der Straße angeschaut aber wir wurden nicht nass.

Kurze Zeit später machten wir uns dann wieder auf den Heimweg weil es nicht aufhörte zu regnen.

Wie ich ohne Strom überlebe?

Für viele Menschen ein Alptraum: kein Licht, keine Heizung, kein Fernseher. Wie soll ich denn da überleben? Fragen sich die meisten.

Ich habe momentan (immer mal wieder) diese Situation, dass manchmal für 1-2 Tage mein Strom aufgrund von Regenschauern ausfällt. Ich meine hier ist die Situation natürlich ein bisschen anders als momentan in Deutschland da es hier nicht friert, aber dennoch sitze ich nicht bei 30° in der Sonne.

Was mache ich also nun wenn ich wieder mal kein Strom habe? Wie wärme ich mich auf? Wie sehe ich etwas bei Nacht? Und vor allem wie beschäftige ich mich?

Die Antwort ist wirklich ganz einfach: Ich ziehe mir dicke Pullover und Socken an, die halten warm. Ich zünde Kerzen an, die erhellen mir die Nacht. Und ich lese ein Buch oder spiel Gitarre.

Ja, tatsächlich es funktioniert und schadet überhaupt nicht. Denn so lerne ich den Strom wieder zu schätzen wenn ich ihn habe und gehe vielleicht sogar ein bisschen sorgfältiger mit ihm um.

Ich finde wir leben heutzutage so fern von der Natur, dass wir total verwöhnt werden, von unserem Strom, unserer Bequemlichkeit und unserem materiellen Besitz. Wenn wir nicht dem Ganzen für eine Weile entfliehen und unser Leben mit all diesen Dingen verlassen wissen wir sie gar nicht mehr wert zu schätzen und werden unglücklich.


10. Woche
Diese Woche beschreibe ich am besten mit regenreich. Genau wie schon letzte Woche regnete es unfassbar viel. So langsam wünsche ich mir wieder die Sonne und etwas wärmere Temperaturen. Aus Remscheid bin ich zwar wochenlangen Regen gewöhnt, doch wenn man eine Zeit hier in Andalusien wohnt gewöhnt man sich unglaublich schnell, vor allem wenn man es liebt, an die Sonne.

Hier lebt man eben auch viel mehr draußen als drinnen und vor allem auf einem Hof verbringt man die meiste Zeit unter freiem Himmel.

Montag gab es eine ganz besondere Spezialität zu essen: Schnecken.

Ich hatte nie zu vor Schnecken probiert, weil ich den Gedanken immer ein wenig seltsam fand. Aber ich bin ein neugieriger Mensch und lehne ungerne Dinge ab die ich nicht probiert habe. Ich probierte die erste und war unglaublich erstaunt wie lecker sie sind. Sie waren in einer Nuss soße gekocht und haben eine ähnliche Konsistenz wie Gambas. Natürlich war es immer noch komisch wenn man darüber nachdachte was man gerade aß, doch aufhören zu essen konnte ich nicht.

Am Wochenende dann stand die ersehnte Reise nach Granada an. Samstagvormittag hatte ich noch einen Ausritt auf welchem ich auch die zwei Mädels kennenlernte, die vor meiner Zeit hier auf dem Hofgearbeitet haben und jetzt Urlaub hier machen. Danach packte ich dann alle Sachen in den Opel und düste zum Burriana wo Manuel schon auf mich wartete. Wir starteten eine Playlist auf Spotify und fuhren nach Granada. Dort angekommen bot sich uns das typische Verkehrschaos einer Großstadt und es dauerte bestimmt 15-20 Minuten bis wie einen Parkplatz für das Auto fanden.

Da wir uns vorher kein Hostel im Internet rausgesucht hatten liefen wir einfach durch die Straßen um eines zu suchen und lernten dabei gleich ein wenig die Stadt kennen.

Nach einiger Zeit fanden wir das San Joaquin, ein suuuper schönes und günstiges Hostel gleich in der Nähe der Innenstadt. Die Zimmer waren um zwei kleine Innenhöfe verteilt welche jeweils einen Brunnen in der Mitte enthielten. Die typischen Fliesen mit Andalusischen Mustern und das von den Arabern geschnitzte Gestein verkleideten die Wände. Ich fühlte mich so glücklich endlich einen wunderschönen Ort gefunden zu haben wo wir unsere Nacht verbringen genkonnten. Ein Gefühl von Freiheit überschattete uns nun und wir machten uns auf um die Stadt zu erkunden.

Wir durchwanderten die gesamte Altstadt, bergauf, bergab, und schauten in jede Gasse. Mir bot sich eine hinreißende Ecke Spaniens die so viel Freundlichkeit und Geborgenheit enthielt, dass ich nur schweren Herzens daran dachte diesen bald wieder verlassen zu müssen.

Wir tourten von einer Tapasbar zur nächsten und wurden durch den Wein immer heiterer. Spät in der Nacht torkelten wir zum Hostel und fielen wie Steine ins Bett.

Am nächsten Tag machten wir uns fertig, brachten unsere Sachen zum Auto und frühstückten ausgiebig. Dann gingen wir in Richtung Alhambra, die größte Festung und DIE Sehenswürdigkeit Spaniens. Der Weg dorthin führt durch einen großen Waldpark der in allen nur erdenklichen Farben leuchtet da in den Bergen jetzt gerade Herbst ist. An der Küste merkt man davon nichts da die Palmen ihre Farbe nicht ändern.

In der Alhambra besuchten wir dann die Nasriden Paläste die wirklich unglaublich aussehen. Der Stein der Wände und Decken ist wie eine Spitze geschnitzt, unglaublich filigran und klein. Ich war und bin immer noch sehr beeindruckt von dieser präzisen Handwerkskunst die sicher Jahrhunderte gedauert hat bis sie fertiggestellt wurde. Auch die Gartenanlagen sind so durchdacht und mit so viel Liebe angelegt dass es fast perfekt scheint.

Den restlichen Tag schlenderten wir noch ein wenig durch Granada. Dabei passierte Manuel und mir etwas: Wir schlenderten so durch die Straßen, da kamen zwei Frauen mittleren Alters auf uns zu. Ihren Gesichtern sah man an dass sie Gitanos waren. In ihren Händen hielten sie einige Zweige Rosmarin und jedem von uns hielten sie einen Zweig so aufdringlich hin, dass wir kaum die Möglichkeit hatten nein zu sagen. Kaum hatten wir die Zweige in der Hand führten die Frauen uns ein paar Meter auseinander und redeten auf uns ein als wollten sie uns hypnotisieren.

Die Frau die mich auserwählt hatte sagte, dass ich ihr meine Hand geben sollte doch ich sagte ausdrücklich dass ich nichts über meine Zukunft wissen möchte. Es interessierte sie nicht wirklich und sie fing an mir alles Mögliche zu erzählen und irgendwie fesselte sie meine Aufmerksamkeit.

Manuel konnte sich von der anderen Frau "befreien" und kam zu mir um mir zu helfen. Die Frau welche bei mir stand verlangte zwei Euro und erst in diesem Moment Begriff ich was gerade geschehen war. Ich drückte ihr einige Münzen in die Hand und machte mich so schnell wie möglich mit Manuel aus dem Staub. Ich checkte natürlich sofort ob ich noch alle meine Sachen hatte und nicht beklaut wurde. Ich war bestimmt noch eine Stunde total perplex von diesem unheimlich schnellen und hinterlistigen Auftritt der beiden Frauen und musste auch den restlichen Tag noch viel daran denken. Man muss echt vorsichtig sein was man auf der Straße annimmt.


11. Woche
Diese Woche war nicht wirklich spannend da ich außerhalb der Arbeit nichts unternommen habe. Die Arbeit war diese Woche sehr abwechslungsreich da wir wieder alles Mögliche was auf dem Hof gemacht werden musste gemacht haben (Bad streichen, Schuhe für einen Hund basteln, putzen).

Außerdem bin ich Dienstagvormittag wieder mit Heidi nach Málaga gefahren und Mittwoch habe ich zwei Mädels, die hier im Sommer gearbeitet haben und jetzt Urlaub hier gemacht haben, zum Flughafen gefahren.

Dienstagnachmittag hatte ich frei und hab mich natürlich wieder in Maro an den Strand gelegt.

Auch Samstag und Sonntag passierte nichts Aufregendes. Ich bummelte mit Manuel durch die Stadt und wir gingen natürlich zum Flohmarkt. Aber so eine Woche muss ja auch mal sein ;)

Das Wetter ist übrigens wieder Top also so um die 20° und wenn man in der Sonne ist und es windstill ist fühl es sich aber wie 25° an.

  • Sprache: Heidi spricht fließend deutsch
  • Das Mindestalter für Ausritte ist 3 Jahre in Begleitung von Erziehungsberechtigten
  • Reiterfahrung sind nicht erforderlich
  • es gibt Pferde für Anfänger und für Reiter mit Reiterfahrung
  • geringe Anforderung an Ausdauer und Kondition
  • keine Gewichtseinschränkungen für Reiter
  • 18 wunderschöne und unterschiedliche Pferde
  • Reitweise für begleitete Ausritte: Western, Iberische Vaquero Reitweise
  • Kurzfristige Buchungen: Ruft Heidi direkt an: 0034 630 28 62 39
    In der Siesta von 14:00 Uhr bis 17:00 Uhr bitte nicht anrufen – Danke.

Gibt es Unterkünfte in der Nähe?
  • In Nerja findet Ihr Hotels der verschiedenen Kategorien.

Wo kann ich Auto und Hotel buchen?
  • wendet Euch bitte an Schlosser-Reisen in Jever. Mietwagen und Hotel bei Schlosser Reisen buchen.

Zubehör können Sie kostenlos bei Heidi ausleihen:
  • Stiefel
  • Helm
  • Reithosen
  • Reitjacken
  • Handschuhe

Was empfehlen wir unbedingt selber mitzubringen:
  • Kopfbedeckung an Sonnentagen
  • Lange Hose
  • Geschlossene Schuhe
  • Sonnencreme

Anreise zum Cortijo Hidalgo:
  • ab Málaga Flughafen: Bus nach Málaga Zentrum / am Hafen umsteigen - Bus nach Nerja
  • Wichtig: Wenn Ihr mit dem Bus in Nerja ankommen die Ankunftszeit mit Heidi absprechen, Heidi holt Euch sehr gerne bei der Bushaltestelle in Nerja ab.
  • Dieses Reiseangebot ist für Personen mit eingeschränkter Mobilität nicht geeignet.

Reiseinformation:
  • Dieses Reiseangebot ist für Personen mit eingeschränkter Mobilität nicht geeignet.





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